Nachbarhilfe

Digitales Helfer*innenportal für bürgergetragene Nachbarschaftshilfen in Freiburg?

Veröffentlicht

Wie lassen sich die Lösungen für den demografischen Wandel besser koordinieren? Welche Möglichkeit gibt es für Nachbarschaftshilfen, um weniger Hilfsanfragen ablehnen zu müssen und mehr Engagierte zu gewinnen? Wie können sich pflegende Angehörige, Nachbarschaftshilfen und Pflegedienste besser miteinander abstimmen? Dazu lädt am Mittwoch, 4. Dezember die inklusive Sozial- und Quartiersgenossenschaft SAGES eG zusammen mit der Stadt Freiburg ein. Die Veranstaltung startet um 17:30 Uhr in den Tagungsraum „Schauinsland“ des Rathauses im Stühlinger (Fehrenbachallee 12). Thema des Abends ist die Digitale Transformation in der Nachbarschaftshilfe.

Nach dem Grußwort des Ersten Bürgermeister Ulrich von Kirchbach wird ein gut funktionierendes Modell digitalisierter Nachbarschaftshilfe von Thomas Oeben vorgestellt, Geschäftsführer der Helferportal GmbH. Sein interdisziplinäres Modell verbindet Pflege, bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement, hervorragend funktionierende Logistik und einen hohen Grad der Digitalisierung . Das Konzept wird in München bereits erfolgreich durch den Verein DeinNachbar e.V. umgesetzt. Nach dem Vortrag gibt es Gelegenheit zur Diskussion und Nachfragen. Bei Brot und Wein können sich Interessierte anschließend über die Pläne zur Anpassung des vorgestellten Modells in Freiburg informieren. Die SAGES eG steht für Gespräche zur Helfer*innendatenbank für bürgergetragene Nachbarschaftshilfen, als auch anderen der SAGES eG angegliederten Projekte (DNA Die Neuen Alten, Netzwerk SPORT | Freiburg Ost IN BEWEGUNG und ActiveAgingAgentur) zur Verfügung. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Die älteren Generationen gehören zu den am schnellsten wachsenden Bevölkerungsgruppen. Auch Freiburg steht durch wachsende Bedarfe der Versorgung Hilfsbedürftiger, Fachkräftemangel in der Pflege und Überlastung pflegender Angehöriger vor immensen Herausforderungen. Eine zukunftsfähige Antwort, die Engagierte hilft, mehr Gleichgesinnte zu finden und damit weniger Hilfsanfragen ablehnen zu müssen, liegt im gemeinschaftlichen, koordinierten Handeln. Mit dem digitalen Helfer*innenportal und dem genossenschaftlichen Konzept der SAGES eG werden fachliche Pflege und bürgerschaftliches Engagement durch Logistik und digitale Technologie so koordiniert, dass sie sich gegenseitig ergänzen und symbiotisch verstärken. Das veranschaulicht ein Vortrag von Thomas Oeben an einem praktischen Beispiel aus München. Er informiert am Mittwoch, 4. Dezember, um 17:30 Uhr im Tagungsraum „Schauinsland“ des Rathauses im Stühlinger (Fehrenbachallee 12).

Das Konzept der SAGES eG basiert auf einem Zusammenspiel von bestehenden nachbarschaftlichen Netzwerken und bislang schwierig zu koordinierenden einzelnen Helfern. Hinzu kommen noch viele Angehörige, die bei Bedarf von Pflegefachkräften geschult und angeleitet werden. Mit dem neuen digitalen Ansatz kann u.a. die „Last“ der pflegenden Angehörigen auf viele Schultern verteilt werden. Eine Helfer*innendatenbank und deren intelligente Nutzung sorgt dafür, dass Engagement für den einzelnen Helfer nicht zur Pflicht, sondern zur Bereicherung wird. Das lässt sich erreichen, indem die Helfer nur passgenaue Einsatzanfragen bekommen.

In einem vorher stattfindenden Aufnahmegespräch wird von jedem Helfer ein Profil angefertigt und im System hinterlegt. Dazu gehören Attribute, wie gewünschten Tätigkeiten, mögliche Zeitfenster für Einsätze, geografisches Einsatzgebiet, Qualifikationen, Interessen, gewünschte Einsatzstunden etc.. Wenn ein Hilfebedarf im digitalen System freigegeben ist, wird die Einsatzbereitschaft passender Helfer und Helferinnen per App oder SMS-Service abgefragt.

Eine hohe Verbindlichkeit der Versorgungsstruktur wird durch die Engmaschigkeit des Netzwerkes und durch die schnelle, digitale Helfersuche und Einsatzkoordination erreicht. Die Qualität wird durch angestellte Pflegefachkräfte sichergestellt, die die Klienten persönlich aufnehmen und ihren Bedarf klären, pflegende Angehörige beraten sowie die ehrenamtlichen Helfer schulen und anleiten. Die Ergebnisse digitaler und telefonischer Zufriedenheitsbefragungen auf Helfer- und Klientenseite werden im System hinterlegt.

Zusammen mit den bereits jetzt aktiven und Nachbarschaftshelferinnen und -helfern verspricht die Verknüpfung von Fachkräften, Nachbarschaftshilfen, Logistik und Digitalisierung ein soziales Unterstützungsnetzwerk zu werden, das hilfsbedürftige Menschen in Freiburg mittelfristig innerhalb von 24 Stunden Rückkopplung gibt, zuverlässig versorgt und pflegende Angehörige kostengünstig entlastet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.